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Frau Gemeinderätin Sandler, ziehen Sie die notwendigen Konsequenzen und treten Sie auch aus dem Gemeinderat Leoben zurück.

Wenn Sie weiteren Schaden vom Ansehen der Stadtgemeinde Leoben abwenden und das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik stärken wollen, dann ist ein vollständiger Rückzug aus der Kommunalpolitik der konsequente Schritt.

Die Menschen erwarten Verantwortung, Glaubwürdigkeit und Vorbildwirkung, gerade von gewählten Mandatarinnen und Mandataren.

Unglaublich und unverschämt, wie kann man ein solches Einkommen in der heutigen Zeit noch rechtfertigen?

Die ehemalige Vizebürgermeisterin der Stadtgemeinde Leoben, Frau Sandler, die wegen Unstimmigkeiten von ihrer Funktion zurückgetreten ist, steht aus meiner Sicht vor einem erheblichen Erklärungsbedarf.

Wie will sie einer alleinerziehenden Mutter, einer Familie mit geringem Einkommen oder einer Mindestpensionistin erklären, dass sie als Vizebürgermeisterin rund 3.200 Euro pro Monat bezogen hat!

Zusätzlich noch einen Vergütung als Obfrau einer Siedlungsgenossenschaft mit rund 3.500 Euro pro Monat?

Das ergibt ein Jahreseinkommen von rund 93.800 Euro.

Ebenso stellt sich die berechtigte Frage, wie viele Arbeitsstunden tatsächlich für diese Funktionen aufgewendet wurden. Die laufende Arbeit in der Siedlungsgenossenschaft wird wahrscheinlich unter anderem von ihrem Stellvertreter erledigt.

Sie tritt zwar als Vizebürgermeisterin zurück, bleibt aber Mitglied des Gemeinderates.

Als Vorsitzende des Bauausschusses erhält sie künftig monatlich rund 2.150 Euro. Zusammen mit ihrer Funktion als Obfrau der Siedlungsgenossenschaft ergibt das in Zukunft weiterhin ein Einkommen von rund 5.650 Euro pro Monat bzw. rund 79.100 Euro pro Jahr.

Jetzt wird auch verständlich, warum Frau Sandler nicht aus dem Leobener Gemeinderat ausscheidet. Mit diesen Bezügen verzichtet man offenbar nicht so leicht auf ein politisches Mandat.

Ebenso bemerkenswert ist, dass einige ihrer Unterstützer dieses Verhalten auch noch verteidigen und den Eindruck vermitteln, als wäre sie finanziell benachteiligt.

Gerade im Jahr 2026 sollte es aus meiner Sicht ein absolutes No-Go sein, wenn Politikerinnen und Politiker in der Kommunalpolitik Einkommen beziehen, die ein Vielfaches dessen ausmachen, was viele hart arbeitende Menschen, Alleinerziehende oder Mindestpensionistinnen und Mindestpensionisten zum Leben zur Verfügung haben.

Politik braucht Glaubwürdigkeit, Maß und Verantwortung, nicht den Eindruck, dass persönliche finanzielle Vorteile im Vordergrund stehen.

Walter Reiter